Beschwerden bei Gicht

  

Akuter Gichtanfall

Gicht beginnt meistens mit einem akuten Gichtanfall.

Ohne Behandlung und Umstellung der Ernährung häufen sich die Gichtanfälle, bis die Gicht schliesslich in die chronische Gicht übergeht.

Zu solchen Entzündungen kommt es innerhalb von einem Jahr mit 40%iger Wahrscheinlichkeit ab Harnsäurewerten von 8 mg/dl und zu fast 100%iger Wahrscheinlichkeit bei Harnsäurewerten von 9 mg/dl und mehr, wenn diese Harnsäurewerte häufiger auftreten.

Betroffene Gelenke

Vom akuten Gichtanfall sind häufig die Grosszehen-Grundgelenke betroffen.

Diese Art des Gichtanfalls wird auch "Podagra" genannt. Das Wort "Podagra" kommt vom Steigbügel, denn mit einem akuten Gichtanfall im Grosszehengrundgelenk kann man nicht in einen Steigbügel steigen, was früher durchaus wichtig war.

Ausser der grossen Zehe sind auch häufig die Sprunggelenke betroffen, aber auch andere Gelenke können von einem akuten Gichtanfall betroffen sein.

Zeitpunkt eines Gichtanfalls

Zu einem akuten Gichtanfall kommt es häufig nach schweren Mahlzeiten, die von reichlich alkoholischen Getränken begleitet wurden.

Durch das purinreiche Essen und die Hemmung der Harnsäure-Ausscheidung durch den Alkohol steigt der Harnsäurewert im Blut besonders stark an.

Die scharfkantigen Harnsäure-Kristalle, die sich meistens schon länger in einem Gelenk gesammelt haben, reizen es schliesslich so stark, bis es sich entzündet.

Währenddessen sinkt der Harnsäurespiegel häufig schon wieder ab, weil sich die Harnsäure ja in den Gelenken abgesetzt hat und darum nicht mehr on voller Konzentration im Blut schwimmt.

Während und nach einem akuten Gichtanfall sind also häufig gar keine stark erhöhten Harnsäurewerte im Blut mehr festzustellen.

Verlauf eines Gichtanfalls

Das betroffene Gelenk schwillt an und schmerzt sehr stark.

Das Großzehengelenk oder ein anderes rötet sich entzündlich und wird so prall, dass die Haut glänzend gespannt ist.

Durch den Druck, der von der Schwellung und der gespannten Haut ausgeht, wird das entzündete Zehengelenk noch mehr zusammengedrückt und der Schmerz steigert sich.

Man kann das entzündete Gelenk kaum noch berühren, so sehr schmerzt es.

Laufen ist kaum noch möglich, ausser humpelnd auf den Fersen.

Zusätzliche Symptome

Auch das Allgemeinbefinden ist beim akuten Gichtanfall stark beeinträchtigt, man fühlt sich richtig krank.

Fieber und beschleunigter Puls kommen oft hinzu und in vielen Fällen auch Kopfschmerzen. Manchmal muss man sich erbrechen.

Ein akuter Gichtanfall dauert meistens etwa drei Tage lang an, dann klingt er wieder ab.

Diese Phase nennt sich die "interkritische Phase".

Wenn man schon viele akute Gichtanfälle hatte und sich allmählich der chronischen Gicht nähert, hören die Schmerzen nach den Anfällen nicht mehr vollständig auf.

Chronische Gicht

Die chronische Form der Gicht tritt heute nur noch selten auf.

Nur wenn die Gicht nicht ausreichend behandelt wurde und die Ernährung weiterhin sehr purinreich ist, entsteht die chronische Gicht, bei der die Gelenke mehr oder weniger ständig schmerzen und entzündet sind.

Die Funktion der betroffenen Gelenke ist stark eingeschränkt.

Wenn man Röntgenbilder von den Gelenken macht, sieht man deutliche Veränderungen. Sowohl der Gelenkknorpel als auch im späteren Verlauf die Knochen können betroffen sein.

Diese Veränderungen sind auf konventionellem Wege nicht mehr heilbar. Nur künstliche Gelenke können die Gliedmassen wieder beweglich machen.

Die chronische Gicht kann nicht nur die Fußgelenke betreffen, sondern auch andere Gelenke.

Es kann also auch zu Kniebeschwerden, Hüftbeschwerden, Schädigungen der Handgelenke, der Finger und anderer Gelenke kommen.

Die Symptome der chronischen Gicht können ähnlich wie bei Arthrose oder Rheuma sein. Gicht wird von Laien auch häufig mit Rheumatismus verwechselt.

Daher ist es wichtig, dass der Arzt zur Diagnose einen Gichttest durchführt und die Harnsäurewerte in Blut und Harn bestimmt.

Gichttophi - Gichtknoten

Unter der Haut bilden sich an gelenknahen Sehnen oder Knorpeln kleine Knötchen.

Diese Knötchen sind schmerzlos und derb. Sie können bis zu einen Zentimeter gross werden.

Solche Knoten werden "Gichtknoten" oder "Gichttophi" genannt.

Besonders häufig entstehen solche Gichtknoten am Außenrad der Ohrmuschel. Sie werden dann "Ohrtophi" genannt.

Außer am Ohr sind Gichtknoten auch an den Händen, Ellenbögen und Füßen verbreitet.

Gicht-Niere - Nierensteine

Bei langem Verlauf der Gicht werden auch die Nieren geschädigt, weil die feinen Nierengefässe durch die hohe Harnsäurekonzetration sehr gereizt werden.

Es kann zu ernsthaften Nierenschäden und sogar zur Niereninsuffizienz mit Nierenversagen kommen.

Die kristallisierende Harnsäure kann sich auch im Nierenbecken als Nierensteine ablagern.

Die scharfkantigen Steine können stark schmerzen und zu Nierenkoliken führen.

Auch andere Organe können durch lange bestehende hohe Harnsäurewerte geschädigt werden.

Zur regelmäßigen Kontrolle der Nierengesundheit eignen sich: Harn-Teststreifen.

Diagnose

Ein akuter Gichtanfall ist, wenn er typisch verläuft, deutlich zu erkennen.

Aber eine richtige Diagnose ist nur mithilfe von Bluttests zu erstellen.

Da der Harnsäurewert im Blut jedoch schwankt, sind mehrere Blutuntersuchungen nötig.

Eine einzelne Untersuchung mit einem Harnsäurewert im Normalbereich besagt noch nicht, dass keine Gicht vorliegt.

Mehr über Diagnose erfahren Sie unter: Diagnose der Gicht.


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